Hier erhälst du allgemeine Infos zur Unverträglichkeit und meine persönlichen Erfahrungen im Leben mit meiner Histaminintoleranz.

Bitte ziehe immer einen Arzt zu Rate. Ich versuche hier ein relativ komlexes Thema möglichst einfach und verständlich nach meinem Wissen darzustellen.

Histaminintoleranz – Was ist das?

Histamin ist ein Stoff im Körper, der als Bote für alles mögliche fungiert. Jeder Mensch hat Histamin im Körper und kann durch Histamin Reaktionen hervorrufen. Zum Beispiel beim Kontakt mit Brennnesseln wird jeder eine gerötete Hautreaktion und eventuell juckende Quaddeln haben, auch wenn er nicht an einer Histaminintoleranz (kurz HIT) leidet. Histamin ist aber in der Situation der Stoff, der für die Rötung verantwortlich ist.

Eine Histaminintoleranz, also ein nicht-vertragen einer bestimmten Menge an Histamin, kann unterschiedliche Ursachen haben. Der Schwellenwert bis eine Reaktion eintritt und die Art der Reaktion ist dabei individuell unterschiedlich.

Warum reagiert man auf Histamin bei einer Intoleranz?

Wie schon gesagt produziert jeder Körper Histamine und es ist ganz normal, dass eine gewisse Menge im Körper vorhanden ist. Diese Menge variiert jedoch je nach Tagesverfassung, aufgenommener Nahrung, Stress, Medikamenten etc. Menschen mit einer HIT können das Histamin nicht wie normal verstoffwechseln und genügend abbauen. Der Abbaustoff des Körpers nennt sich Diaminoxidase (kurz DAO).

Manche Menschen haben zu wenig dieser Diaminoxidase im Körper und bauen das Histamin deswegen nicht zu Genüge ab und haben daher einen Histaminüberschuss.

Andere haben eine voll funktionsfähige DAO, aber produzieren zu viel Histamin. Noch andere haben eine normale Histaminmenge und eine normale DAO, ihre Verträglichkeitsschwelle ist aber deutlich niedriger als normal und deshalb reagieren sie schon auf kleine Mengen.

Mir hat zum Verständnis immer sehr das Bild eines Weinfasses geholfen. Das Fass stellt den Histaminspeicher und die persönlich verträgliche Menge dar.

Bildergebnis für das fass ist voll

Durch verschiedene Umstände (Stress, körpereigene Histaminproduktion, Nahrung…) füllt sich das Fass. So lange das Fass noch nicht randvoll ist, ist alles kein Problem und wir haben keine Reaktion. Ist das Fass aber bis oben gefüllt und es kommt nur ein winziges Tröpfchen hinzu, läuft das Fass über und wir reagieren.

Wie sieht eine Reaktion bei Histaminintoleranz aus?

Das kann bei jedem anders ausfallen, jedoch gibt es einige Symptome die häufiger auftreten:

  • Juckreiz der Haut
  • Hautausschlag: Quaddeln, Rötung
  • Übelkeit
  • Magenschmerzen
  • Verdauungsprobleme
  • Blähungen, dicker Bauch
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Migräne
  • Schwäche, totale Erschöpfung

Durch was bekommt man eine Reaktion auf Histamin?

Wie schon kurz angedeutet kann eine Reaktion durch unterschiedliche Dinge hervorgerufen werden. Ist das Histaminfass schon recht voll reicht an einem Tag eventuell eine Sache aus, um eine Unverträglichkeitsreaktion auszulösen. An anderen Tagen, wenn das Fass leer ist, kann man sich einiges „leisten“ und hat eventuell keine oder nur eine schwache Reaktion.

Die körpereigene Histaminreaktion können wir nur bedingt beeinflussen, indem wir einen histaminfreundlichen Lebensstil führen. Jedoch lässt es sich manchmal nicht vermeiden.

Stress und Anspannung können das Histaminfass füllen. Auch Medikamente können das körpereigene Histamin beeinflussen.

Ein sehr wichtiger Faktor ist aber die Aufnahme histaminhaltiger Lebensmittel. Nimmt man zu viel Histamin auf, was nicht abgebaut werden kann, kommt zwangsläufig eine Reaktion.

Histamin in Lebensmitteln

So gut wie jedes Lebensmittel enthält Histamin. Nur die Dosis ist unterschiedlich. Histamin entsteht in Reifungsprozessen, ist aber in manchen Lebensmitteln auch grundsätzlich enthalten. Manche Lebensmittel enthalten kein oder nur wenig Histamin, sind aber sogenannte Liberatoren. Das heißt sie regen den Körper zur eigenen Histaminproduktion an. Grundsätzlich kann man sagen, dass alle Lebensmittel, die lange reifen müssen oder lange gelagert werden höchstwahrscheinlich unverträglich sind.

Ein klassisches Beispiel ist Käse. Junger Käse oder Frischkäse sind häufig verträglich, wohingegen der selbe Käse in alt und würzig nicht mehr vertragen wird (z. B. junger vs. alter Gouda).

Wein, Sekt und andere gegorene Getränke gehen in der Regel auch nicht. Alkohol ist zwar grundsätzlich nicht gut verträglich, so geht aber gebrannter, klarer Schnaps (wie Rum oder Wodka) häufig besser.

Es ist jedoch bei vielen individuell. Herausbekommen, was einem gut tut oder was gar nicht geht, geht leider nur im Selbsttest. Wie das geht, erzähle ich dir weiter unten.

Eine Lebensmittelliste, die recht zuverlässig über den Histamingehalt Aufschluss gibt, ist diese hier, der
Schweizerischen Interessengemeinschaft Histamin-Intoleranz : Lebensmittelliste SIGHI

Gibt es Medikamente gegen die Histaminintoleranz?

Jein, es gibt keine Medikamente, die die HIT dauerhaft beseitigen.

Antihistaminika, typische Antiallergiemittel, unterdrücken die Symptome und Reaktionen auf Histamin (und im übrigen auch auf alle anderen Allergene). Es leert aber nicht dein Histaminfass, sondern unterdrückt nur. Es hilft dir, wenn du schon eine Reaktion hast und sich eine ankündigt. Es ist aber nicht zu empfehlen das Mittel von vorne herein zu nehmen und dann histaminhaltig zu essen. Das wird dir auf Dauer nur schaden und deine Histaminintoleranz verstärken.

Ein anderes Mittel (Achtung, könnte als Werbung verstanden werden) heißt DAOsin. Es gibt deinem Körper eine Extraportion Diaminoxidase, so dass du das Histamin besser abbauen kannst. Hilft aber nur, wenn du auch ein Problem mit deiner DAO hast (also zu wenig).

Ansonsten ist es gut, wenn du immer wieder ein großes Blutbild erstellen lässt und eventuell deine Bedarfe mit Nahrungsergänzungsmitteln ausgleichst.

Wie kann ich herusfinden, was ich vertrage und was nicht?

Häufig beginnt der Leidensweg mit unerklärlichen Beschwerden über einen längeren Zeitraum. Man weiß nicht was los ist und kann es nicht einordnen woher es kommt. Wenn man Glück hat geht man zum Arzt und der diagnostiziert in die richtige Richtung. Häufig braucht man hier leider einen längeren Atem.

Wenn du schon weißt, dass es eine Histaminintoleranz ist oder die Vermutung hast, kannst du auf folgende Weise austesten, welche Lebensmittel verträglich sind.

Auslassdiät

Wenn du noch Beschwerden hast, solltest du ein paar Tage auf so gut wie alles verzichten. Dein Grundnahrungsmittel für die nächsten Tage besteht ausschließlich aus Reis und Kartoffeln. Trinke nur stilles Wasser. Weil es sonst ganz fürchterlich schmeckt, nimm ganz wenig jodfreies Salz.

Wenn du einige Tage ganz ohne Beschwerden bist, kannst du mit einem weiteren Lebensmittel beginnen. Dünste dir zum Beispiel mildes Gemüse wie Karotte oder Zucchini. Nimm dir am besten die Lebensmittelliste zur Hilfe und nimm erst mal nur die grün gekennzeichneten Lebensmittel. Wichtig ist, dass die Reaktion bis zu 3 Tage verzögert auftreten kann. Das heißt, du nimmst an Tag 1 ein neues Lebensmittel hinzu und verzichtest wieder die nächsten beiden Folgetage auf alles Weitere. Wenn keine Reaktion auftritt, verträgst du das Lebensmittel. Dann kommt das nächste hinzu.

Es hört sich sehr hart an und es ist die ersten Tage auch wirklich sehr einseitig. Aber halte es ganz strikt durch! Es lohnt sich. Es stimmt natürlich auch, dass es durch die Wartetage einige Zeit dauert bis man eine gewisse Auswahl an Lebensmitteln ertestet hat.

Beachte, eine Unverträglichkeit kommt häufig auch nicht allein. Es kann also sein, dass du neben Histamin auch etwas anderes nicht verträgst (z.B. Laktose oder Gluten oder Fruktose).

Daher nimm zunächst Lebensmittel, die möglichst auf nichts zutreffen.

Mein Tipp fürs erste Austesten:

Karotten, Zucchini, Hokkaidokürbis, Butter, Haferflocken (glutenfreie), Brombeeren.

Achtung Gluten: Dinkelmehl

Achtung Fruktose: Honig, Apfel, Pfirsich, Agavendicksaft

Achtung Laktose: Sahne (ohne Zusatzstoffe), Quark, Frischkäse natur (ohne Zusätze: KEIN Carragen, Verdickungsmittel etc.)

Video zur Histaminintoleranz und mein Erfahrungsbericht:

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